Mittwoch, 16. März 2011

Bahrain: Königshaus geht gegen Schiiten vor, zieht Iran-Botschafter ab

Die Regierung von Bahrain intensiviert ihr Vorgehen gegen die Schiitenrevolten im Land. Wie die Nachrichtenagentur France Press meldet marschierten am gestrigen Abend Polizeieinheiten unterstützt durch sunnitische Milizen in das schiitische Dorf Sitra nahe der Hauptstadt Manama, es wurden Kampfwaffen eingesetzt, die Agentur zitiert einen Arzt im örtlichen Krankenhaus, der von "mindestens 200 Getöteten und Verletzten" spricht. Gestern schoss die Polizei auf Demonstranten auf dem Perlen-Platz in Manama, nach Polizeiangaben seien Gummigeschosse und Tränengas eingesetzt worden. Saudi-Arabien hat derweil den Tod eines saudischen Soldaten in Bahrain durch einen Schuss aus der schiitischen Menge bestritten und behauptet, dass sich das saudische Kontingent nicht an der Auflösung vorn Protesten beteilige, sondern nur Schlüsselobjekte sichere. 
Bahrain ist eine Art Mikrokosmos der Beziehungen des Iran mit der sunnitischen arabischen Welt: die Spannungen zwischen dem Iran einserseits und dem Königshaus von Bahrain und seinen Verbündeten andererseits haben sich infolge der Bahrain-Krise erheblich zugespitzt, Teheran hat einen offiziellen Protest gegen die "Besetzung" Bahrains durch die Truppen der Drittländer Saudi-Arabien und VAE eingelegt, in Reaktion darauf hat Bahrain seinen Botschafter aus Teheran abgezogen. Die Entwicklungen könnte zu einer direkten Auseinandersetzung zwischen dem Iran und Saudi-Arabien führen, die zunehmend aggressive Expansion des Schiismus ausserhalb des Iran [Libanon, Bahrain, Saudi-Arabien, Grenzgebiet Saudi-Arabien-Jemen] sowie der Regime-Sturz in Ägypten haben das strategische Gleichgewicht zuungunsten der alten sunnitischen Regime des Golfes gekippt. Die jeweils andere Seite ermahnt den Gegner, "die Rechte seiner Bürger zu respektieren" und ist im Inland, hier wie dort, mit der Niederschlagung der eigenen Opposition beschäftigt. Hierbei scheint das Regime Ahmadinedschad allerdings besser zurecht zu kommen, als die arabischen Regime.

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