Samstag, 5. März 2011

Erdgas und zwei Fragen

VM Barak
Der designierte ägyptische PM Scharaf hat derweil zum ersten Mal offen auf den politischen Charakter der ausbleibenden Erdgaslieferungen an Israel hingewiesen. Er hat die "Normalisierung" der Wirtschaftsbeziehungen vom "Fortschritt im Friedensprozess" abhängig gemacht. Ausserdem hat er Verständnis für die Einwände der Opposition, dass Ägypten von Israel zu wenig für sein Erdgas bekomme. Die Versorgung Israels mit ägyptischem Gas ist seit 2004 in einem Staatsvertrag reguliert. Während der Unruhen in Ägypten hat Israel, wie hier ausführlich berichtet, in mehreren Schritten ca. 4000 ägyptische Soldaten entgegen dem Friedensvertrag auf der Halbinsel stationieren lassen. Ägypten hatte dies damals mit der Notwendigkeit einer massiven Militärpräsenz zur Sicherung der Erdgaspipelines und des Verteilungswerk in El Arisch begründet. Das Ergebnis: Israel bleibt nach wie vor ohne Erdgas und mit der Ungewissheit, ob es jemals wieder geliefert wird - und mit einem ägyptischen Truppenkontingent an seiner Grenze, von dem auch ungewiss ist, ob es jemals wieder abzieht. Man stellt sich vor diesem Hintergrund nur zwei Fragen: Was sind die Verträge mit den Arabern wert und wie lange können es sich Juden noch leisten, Idioten zu sein?

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