Mittwoch, 2. März 2011

Europa nach Hitler und Stalin

Galliano
Nach dem Zusammenbruch totalitärer Ideologien ist Europa nur deren kleinster gemeinsamer Nenner übrig geblieben - der Antisemitismus. Dieser harte Kern kommt in letzter Zeit deshalb immer stärker zum Vorschein, weil der sonstige ideologische Überbau eingestürzt ist, zumal man mit Israel nicht mehr Juden hassen, sondern "Israel kritisieren" darf, und das darf man ja. Oder sich mit den Feinden Israels solidarisieren, und das darf man natürlich auch. Das ideologische Vakuum gebärt solche neuen Erscheinungen der alten Krankheit wie den internationalen Volkssport "Israel boykottieren", Moralvorlesungen für den Judenstaat, internationale Verurteilungen sei es in Form von UN-Resolutionen, den Berichten des UN-Menschenrechtsrates, der Gaddafi preist, sei es die alltägliche mehr oder weniger subtile Hetze in den Medien, serviert von Idioten für Idioten. 
Ansonsten regiert die Ideologie der Ideologielosigkeit, die Beliebigkeit, jede Abart gewinnt an Legitimität und Legalität. Deshalb bringt das alte Kontinent nicht mehr solche ganz grossen Ungeheuer wie Hitler oder Stalin, sondern allenfalls ihre kleinen Soft-Versionen, schäbige Systemlinge oder Missgeburten, wie den "Art-Director" von Christian Dior John Galliano hervor, der im durch Alkohol begünstigten Anfall der Offenheit "I love Hitler" schreit. Die Jüdin Portman, die den letzten Oscar bekommen hat, hat ihre Zusammenarbeit mit Galliano gekündigt. Laut einer Pressemitteilung von Dior ist Galliano wegen eines "besonders widerlichen Verhaltens" gekündigt worden. Sein Kollege Giorgio Armani hat allerdings Verständnis für Galliano geäussert: der Skandal in der Bar "La Perle" in Paris sei "in einem Moment der Schwäche" entstanden. Ausserdem sei das Video ohne sein Wissen und seine Zustimmung gedreht worden.

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