Donnerstag, 17. März 2011

Japan kämpft gegen Auswirkungen von Super-Gau; Israelis zum Verlassen Japans aufgefordert; Netanjahu verbietet AKW-Bau

Löscheinsatz über AKW Fukushima, [Bild: NHK]
Die japanischen Behörden und die Atomtechniker am Unfall-AKW Fukushima-I kämpfen weiter unter Einsatz ihres Lebens, ebenso wie die Retter und Soldaten der regulären Armee im Katastrophengebiet - allerdings, wenn man die Definition der Begriffe "GAU" und "Super-GAU" zugrunde legt, bereits mit den Auswirkungen des eingetretenen Super-GAUs. Niemand weiss ob und inwieweit die Stäbe bereits schmelzen. Die Radioaktivität entweicht ungehindert aus den Reaktoren in die Umwelt, was verzeweifelt versucht wird, ist das Durchschmelzen der Reaktorhülle zu verhindern, buchstäblich mit den Tropfen auf den heissen Stein. Viele Experten kritisieren die Einsätze der Techniker, die noch im AKW verbleiben, als Himmelfahrtskommandos, deren Nutzen in keinem Verhältnis zum Risiko stehe. Zum ihrem eigenen Risiko ja, aber sie versuchen zu verhindern, dass die Gegend im Radius von mindestens 100 km vom AKW für die nächsten Jahrhunderte unbewohnbar wird, vielleicht auch der Grossraum Tokio, vielleicht ganz Japan. Das sind keine Ahnungslosen oder psychologisch indoktrinierten Himmelfahrtskommandos, wie in Tschernobil, sondern Helden, die wissen, was sie tun und warum. Was sollen die Japaner anderes tun?
Die Behörden haben allem Anschein nach selbst kein klares Bild von den Vorgängen im Inneren der zerstörten Blöcke und ziehen Schlüsse anhand der von aussen beobachtbaren Entwicklungen. So hat der AKW-Betreiber Tepco vom "Erfolg" gesprochen, als nach dem Abwurf von mehr als 30 t Wasser mit Helikoptern und Wasserwerfern über dem Block 3 ein weisser Rauch aufstieg - das soll Wasserdampf sein, was bedeute, dass man den Behälter mit den glühend heissen Brennstäben getroffen habe. Die US-Drohne Global Hawk hat das AKW-Gelände mehrmals überflogen und der japanischen Regierung die aufgenommenen Bilder übermittelt. Die Sperrzone wurde inzwischen auf 30 km ausgeweitet, Experten halten mindestens 80 km für notwendig. Aber wer sich die Geographie  von Japan angesehen hat, wird schnell sehen, dass das nahezu unmöglich ist, von Tsunamifolgen ganz zu schweigen.
Die USA haben derweil ihre Bürger in Japan aufgerufen, das Land ganz zu verlassen, die US-Regierung stellt Sonderflüge bereit. Das Mindeste sei es, die Zone im Radius von 80 km vom AKW zu verlassen. Israel hat seine Bürger aufgefordert, Tokio und die Gebiete nördlich von Tokio unverzüglich zu verlassen, das Aussenministerium empfiehlt, das Land ganz zu verlassen. Am Flughafen Ben Gurion wird das Gepäck aus Japan auf die Strahlenbelastung hin überprüft, leicht erhöhte Werte sind festgestellt worden, die allerdings unterhalb jeder Gefährdung der Gesundheit liegen. PM Netanjahu hat heute den staatlichen Elektrizitätswerken verboten, ein AKW zu bauen.

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