Sonntag, 13. März 2011

Kan: grösste Katastrophe seit WK II; Israels Retter nach Japan aufgebrochen

Der japanische Premierminister Naoto Kan hat am Sonntag erklärt, dass sich sein Land nach dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. und 12. März in der schwersten Krise seit dem zweiten Weltkrieg befindet, und verglich die Katastrophe damit indirekt mit dem atomaren Bombardement von Hiroshima und Nagasaki. In den betroffenen Gebieten ist die Versorgung mit dem Nötigsten nach wie vor unterbrochen, allein in der Präfektur Miyagi werden mehr als 10.000 Menschen vermisst, dutzende Dörfer an der Ostküste Japans sind vom Tsunami faktisch fortgespült worden. Nach der Explosion im Block 1 des AKW Fukushima-I und Störungsmeldungen im Block 3 tritt unkontrolliert Radioaktivität aus, man befürchtet Kernschmelzreaktionen in weiteren Reaktoren und Kettenreaktionen. Grösste Sorgen bereiten der Block 3 von Fukuschima sowie das 150 km entfernte AKW Onagawa, in dessen Umgebung erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen wurden.
Die Erklärungen der japanischen Regierung und der Betreibergesellschaft des AKW Fukushima TEPCO, die vom Niveau Radioaktivität  "deutlich über der Norm" sprechen, das aber "noch unterhalb des lebensbedrohlichen" ist, lesen sich alles andere als beruhigend, die offiziellen Angaben der japanischen Behörden und Betreiberkonzerne werden skeptisch beäugt. Gleichzeitig stehen die Behörden unter Druck, keine Panik aufkommen zu lassen. Das meteorologische Institut in Tokio hat die Erdbebenstärke inzwischen auf 9.0 eingestufft Die Rettungsteams der israelischen Organisationen ZAKA und IsraAID sind am Sonntagmorgen nach Japan aufgebrochen. Den Teams gehören Rettungsmediziner und Identifikationsspezialisten an.

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