Freitag, 4. März 2011

Kein Erdgas aus Ägypten: technische Probleme oder Wirtschaftskrieg?

Pipeline El Arisch-Aschkelon
Der langjährige ägyptische Erdgaslieferant EMG [East Mediterranean Gas] hat zum vierten Mal die Lieferung von Erdgas nach Israel aufgeschoben, diesmal ohne einen konkreten Zeithorizont für deren Wiederaufnahme zu nennen. Seit dem 5. Februar, als auf das Erdgasterminal in El Arisch ein - bislang nicht eindeutig aufgeklärter - Anschlag verübt wurde, hat Ägypten die Erdgaslieferung nicht wieder aufgenommen, auch wenn für die Beseitigung des Schadens mehr als genügend Zeit verstrichen ist. Die israelische Wirtschaftszeitung The Marker weist deshalb auf den politischen Charakter des Lieferstopps hin. Noch unmittelbar nach dem Anschlag erklärten ägyptischen Quellen, dass die getrennte Pipeline nach Israel keinen Schaden genommen hat. Mitte Februar hiess dann, dass auch die Pipeline, die im Mittelmeer liegt, Schaden genommen habe. Das alles lässt vermuten, dass der Lieferstopp nicht technisch bedingt sondern politisch gewollt ist, m. a. W eine Sabotage darstellt. Noch am 25. Februar hatte ein führender Experte im Bereich der Erdgasversorgung David Wormser der Zeitung New York Post gesagt, dass die Erdgaslieferungen an Israel, seiner Meinung nach, "nie" wiederaufgenommen werden. "Ich denke, die Tage dieses Rohres sind gezählt", sagte Wormser. Das israelische Umweltministerium musste heute dem Antrag der israelischen Elektrizitätswerke zustimmen, "vorläufig" auf Heizöl und Diesel umzusteigen, um einen Energiekollaps abzuwenden.

1 Kommentar:

  1. Jetzt ist es wichtig, die Erdgasfelder vor der israelischen Küste, so schnell wie möglich zu erschließen.
    Glücklicherweise gibt es noch Länder, die uns freundlich gesonnen sind. Der freundschaftliche Vertrag mit Zypern, über eine Seegrenze, läßt hoffen.
    Notwendig ist es auch, dass die IDF diese Erdgaslagerstätten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt.

    AntwortenLöschen