Mittwoch, 27. April 2011

Sinai: Erdgasleitung nach Israel erneut gesprengt

Moussa
Heute früh hat Kol Israel den zweiten Anschlag auf die Erdgasleitung El-Arisch-Aschkelon gemeldet, gegenwärtig tagen die staatlichen israelischen Elektrizitätswerke und das Infrastrukturministerium, um Massnahmen zur Stabilisierung der Stromversorgung zu ergreifen. Aus den Elektrizitätswerken verlautete, man werde wieder - wie nach dem Anschlag vom Februar während des Aufstandes in Ägypten - auf alternative Energiequellen wie Heizöl ausweichen müssen. Es werden auch Stimmen lauter, die eine Beschleunigung der Erschliessung der neuen Erdgasfelder "Leviathan" und "Tamar" vor der israelischen Mittelmeerküste fordern. Doch so schnell, wie die Islamisten zerstören, werden Menschen nicht bauen können. Das Erdgasterminal Al Schabil unweit der Grenze zu Israel hat Feuer gefangen, das man noch immer nicht unter Kontrolle hat, die Erdgasleitung ist daraufhin stillgelegt worden. 
Der Anschlag erfolgt vor dem Hintergrund der innerägyptischen "Energiedebatte". Gestern hat der amtierende Generalsekretär der arabischen Liga und ägyptische Präsidentschaftskandidat Amr Moussa den israelisch-ägyptischen Erdgasvertrag für ein "finanzielles Desaster für Ägypten" bezeichnet, das man "schnellstmöglich beenden" müsse; der Friedensvertrag mit Israel habe sich zudem "erschöpft". Das erstgenannte Wahlkampfziel haben die Islamisten im Sinai nun für Moussa auf ihre Art erreicht.

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