Sonntag, 10. April 2011

Zahal schliesst Bodenoperation zur Beseitigung des Hamas-Regimes nicht aus

Abschuss einer Qassam-Rakete
Am Freitag und am Schabbat hat die Hamas ihre Angriffe auf Israel fortgesetzt, mindestens 60 Raketen und Mörsergranaten sind auf israelischem Gebiet explodiert, darunter in Ofakim, Kiriat Gat, nördlich von Aschdood (!) und in Aschkelon, in Beer Scheva wurden mehrere Menschen verletzt, mindestens acht Grad- und Qassam-Raketen wurden vom Raketenabwehrsystem ""Eiserne Kuppel" abgefangen - sie hätten im Wohngebiet landen können. Seit Donnerstag schlugen mindestens 120 aus Gaza abgefeuerte Raketen und Granaten in Israel ein, die Bevölkerung des Südens verbringt die meiste Zeit in Schutzräumen. Durch Vergeltungsschläge der Armee wurden 17 bewaffnete Milizen liquidiert, darunter mehrere hochrangige Feldkommandeure der Hamas und ihre Leibwächter. Einer von ihnen soll der für die Entführung von Gilad Schalit verantwortliche Terrorist Tayasir Said Suleiman Abu Senama sein.
Die Hamas gibt gegenwärtig widersprüchliche Absichtserklärungen von sich: einerseits hat einer der Vertreter des Vereins Sami Abu-Suhri gegenüber reuters erklärt, seine Kämpfer hätten keine Absicht gehabt, einen Schulbus anzugreifen und hätten ihn "mit einem Militärfahrzeug verwechselt", die Strasse werde zudem "vorwiegend durch Militärpatrouillen benutzt". Der Bus befand sich auf seiner regulären Route. Anscheinend bestimmt jetzt die Hamas, welche Fahrzeuge und wo in Israel fahren dürfen, der verlogene Beschwichtigungsversuch kommt auch noch zwei Tage nach dem Angriff. Der Armeerundfunk Galej Zahal meldet unter Berufung auf Armeekreise, dass die Hamas eine Waffenruhe vereinbaren will und zu diesem Zweck ihre Fürsprecher in der EU eingeschaltet hat. Andererseits droht sie, den Radius des Raketenbeschusses Israels noch auszuweiten.
Die "inoffizielle" Reaktion der Armee auf dieses "inoffizielle" Waffenstillstandsangebot der Hamas bestand darin, dass man nicht auf die Verlautbarungen der Terroristen, sondern auf eine reale Veränderung der Lage vor Ort reagieren wird: erst wenn der Beschuss Israels vollständig aufhört, werden die politische Führung und die Armeeleitung die Situation neu bewerten. Gegenwärtig liegen alle Optionen auf dem Tisch bis hin zur Bodenoperation und der Beseitigung des Terrorregimes. Überraschend hat sich der ex-Sozialminister von der Avoda und Hauptanwärter auf den Vorsitz der Linken Herzog in die Debatte eingeschaltet und von der Regierung einen "Totalkrieg" gegen die Terroristen gefordert. VM Barak hat zum zweiten Mal innerhalb eines Monats seine geplante Reise in die USA aufgrund der Eskalation im Süden verschieben müssen. Von der Notwendigkeit einer umfassenden Operation in Gaza sprachen u. a. der stellv. Aussenminister Dany Ayalon und der ehemalige Sicherheitsberater des Premierministers Gen.-Maj. Giora Eiland.

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