Sonntag, 1. Mai 2011

Jom Ha'Schoah 2011 - Hitler stärker denn je

Hitler hat nicht verloren
Heute um 20:00 Uhr beginnt im Komplex Jad Vaschem in Jerusalem die jährliche staatliche Gedenkzeremonie für die Opfer der Katastrophe des europäischen Judentums mit Beteiligung der obersten Repräsentanten des Staates und der Überlebenden der Schoah. Am nächsten Tag ertönt um 10 Uhr morgens eine zweiminütige Sirene, das ganze Land steht still im Gedenken an das grösste jemals verübte Verbrechen von Menschen an Menschen. 
Es ist eine gesicherte historische Erkenntnis, dass die Staaten der Anti-Hitler-Koalition ganau wussten, was in den Ghettos und den Vernichtungslagern des NS-Regimes passierte, sie wussten das sogar im voraus. Doch für die späteren Siegermächte war es von keinem strategischen Belang, Juden zu retten, Auschwitz und andere Knotenpunkte der Vernichtungsinfrastruktur des Dritten Reichs zu bombardieren. Selbst nachdem klar wurde, dass die Tage des NS-Regimes gezählt sind, lief die Maschine noch viele lange Monate reibungslos und ungestört weiter. Die Deutschen und ihre Helfer schlachteten ab, die Briten hielten mit dem "Weissbuch" die Tür des Schlachthofes Europa zu. Für die Alliierten war es wiederum strategisch wichtiger, deutsche Städte dem Erdboden gleich zu machen und sich an der deutschen Zivilbevölkerung zu rächen, als die industrielle Judenvernichtung zu stoppen.
Der Gedenktag trägt die offizielle Bezeichnung "Tag der Schoah und des Heldentums", wobei die zweite Komponente sehr stark betonnt wird: das Datum des Jom ha'Schoah ist das Datum des Beginns des Aufstandes im Warschauer Ghetto vor 68 Jahren nach dem jüdischen Kalender. Damals sah die Welt der Judenvernichtung begeistert bis gleichgültig zu. Das eigentlich Schlimme ist, dass es heute mit Sicherheit nicht anders wäre. Schlimm, weil ja die Welt schon vorbelastet ist. Auf der traurigen Erkenntnis, dass sich Juden nur auf sich selbst verlassen können, basiert die gesamte israelische Staatsräson - unabhängig davon,  ob es den Tätern und Helfershelfern von Gerstern oder den Faschisten von heute gefällt oder nicht. Denn heute ist Hitler stärker denn je.

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