Mittwoch, 4. Mai 2011

Panetta: Wahrscheinlichkeit Bin Laden zu treffen 60%-80%

Am 3. Mai hat der CIA-Chef und Einsatzleiter der "Mission Bin Laden" Leon Panetta dem TIME-Magazine sein erstes Interview nach Beendigung der Operation gegeben. Interessant sind vor allem seine Ausführungen über die Vorbereitungsphase des Einsatzes, in dem er gesteht, dass sein Expertenteam eine Sicherheit von lediglich 60 bis 80% hatte, dass sich Bin Laden im Anwesen in Abbottabad befindet. Weil er aber der Ansicht war, den höchsten Informationsstand über Bin Laden seit der Schlacht um Tora Bora 2001 zu haben, entschied er sich, die Sache dem Präsidenten zur Entscheidung vorzulegen, der kurz darauf den Einsatzbefehl erteilt hat. ["Panetta concluded that the evidence was strong enough to risk the raid, despite the fact that his aides were only 60%-80% confident that bin Laden was there, and decided to make his case to the President."] Die anschliessenden Bemühungen der Hussein-Administration, post factum glaubhaft zu machen, Bin Laden getötet zu haben, sehen ebenfalls bescheiden aus, sei es der vermeintliche und überschnelle DNA-Test, der natürlich alles bestätigt hat, seien es die hochgeheimen high-tech-Gesichtsanalysen, etc. Die Blitz-Seebestattung irgendwo im Arabischen Meer rundet das Bild ab.

Aber das alles interessiert nicht mehr. Der US-Präsident, dessen Unterstützungswerte in den USA in den letzten Monaten ein Tief nach dem anderen erreichten, ist darauf bedacht, das Ereignis mit dem maximalen Nutzen für die Aufbesserung seines angekratzten Images im Bereich Sicherheit auszuschlachten: am Donnerstag will er am Ground Zero in New York Balsam auf die amerikanische Seele legen und sich als Sieger im Kampf gegen den Terror präsentieren. Der Kampf ist gewonnen. Und obwohl er das Gegenteil beteuern wird, für ihn ist er auch beendet.

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