Montag, 2. Mai 2011

Tod Bin Ladens - eine grosse Lüge?

Gestern um ca. 23:35 Uhr washingtoner Zeit hat US-Präsident Hussein in einer "wichtigen Mitteilung" an das amerikanische Volk den Anführer und das geistige Oberhaupt des Al Qaida-Terrornetzwerks für tot erklärt. Der rote Faden seiner Ansprache war die Botschaft, dass die Anschläge des 11. September gerächt seien und der Gerechtigkeit nun Genüge getan worden sei.
Es gibt fünf objektive Gründe, an der Wahrhaftigkeit der Erklärung des US-Präsidenten über die Tötung Bin Ladens zu zweifeln:


1. Die Erklärung erfolgte unglaublich schnell. Wenn die Operation in Abbottabad im Nordosten Pakistans "kurz nach Mitternacht" des 2. Mai pakistanischer Zeit begann und "mehrere Stunden" dauerte, darunter das eigentliche Gefecht ca. 40 Minuten, muss sie frühestens um 3-4 Uhr morgens pakistanischer Zeit abgeschlossen worden sein. Diese Einschätzung deckt sich mit der offiziellen Pressemitteilung des pakistanischen Aussenministeriums, Bin Laden sei "am frühen Morgen" des 2. Mai gestorben, und mit den Erklärungen sämtlicher Nachrichtenagenturen [u. a. reuters, AFP]. Die Zeitdifferenz Abbottabad - Washington beträgt minus 10 Stunden, der mutmassliche Bin Laden muss also demnach am 1. Mai um etwa 17-18 Uhr washingtoner Zeit gestorben sein. Schon um halb zwölf trat Präsident Hussein vor die Kameras mit einer emphatischen zehnminütigen Ansprache. Es ist ausgeschlossen, dass in einer Zeitspanne von 5 maximal 6 Stunden die Identität der Leiche durch DNA-Tests und andere Methoden dermassen zweifelsfrei festgestellt werden konnte, dass ein US-Präsident mit dieser Nachricht vor die Welt treten kann. Und dies unter den Feldbedingungen in Afganistan, wohin die Leiche des Terrorchefs angeblich gebracht worden sei.

2. Gleich anschliessend die Frage: warum wurde die Leiche Bin Ladens nicht in die USA gebracht? Liegt es daran, dass sie dort der Öffentlichkeit kaum entzogen werden könnte? Die US-Regierung hat auch am Folgetag keine Videos, Bilder oder sonstige Hinweise präsentiert, die die Behauptung belegen würden, Bin Laden sei tot. Im Fall der Gefangennahme Saddams etwa gab es Videos und Bilder vom gestürzten Diktator zugenüge.

3. Aus dem US-State Department verlautete, dass dem Spezialkommando der "Navy-Seals" die Liquidierung und auf keinen Fall die Gefangennahme Bin Ladens zum Ziel gesetzt wurde, es war eine "Kill-Mission". Warum? Der Wert einer Gefangennahme des Terroristen und Feindes der USA Nr. 1 lebend ist im laufenden Krieg gegen den Terror ja nicht zu überschätzen. Am Abend erklärte Husseins Sicherheitsberater John Brennan CNN zufolge, dass man "auch vorbereitet gewesen [sei], ihn gefangen zu nehmen", er sich aber der Gefangennahme "widersetzt habe". Und es sind keine Gefangenen gemacht worden, heisst es jetzt. Zuvor war von mehreren Gefangenen die Rede: es seien drei Ehefrauen und mehrere Söhne sowie mehrere Gefolgsleute Bin Ladens festgenommen worden. Auch ohne den Terrorchef wären sie ein geheimdienstlicher Schatz. Aber wenn es "keine Gefangenen" gibt, gibt es auch keine Zeugen, Verhöre und Fragen, die die Sache in die Länge ziehen würden, die man anscheinend hermetisch abschliessen will. Diese letzten Ausführungen der US-Offiziellen sehen eher nach einem Versuch aus, die offensichtlichen Ungereimtheiten zeitnah noch auszubügeln.

4. Die "Seebestattung" ist recht schnell abgewickelt worden, zu schnell. Bin Laden soll "an unbekannter Stelle im Meer" bestattet worden sein. Begründung: sein Grab soll nicht zum Wahlfahrtsort des Weltjihad werden. Schlüssig, aber in welchem "Meer"? Ein grober Blick auf die Weltkarte zeigt, wie abenteuerlich, nahezu spöttisch diese Behauptung ist. Am Abend meldet Arutz 7 unter Berufung auf Quellen im Pentagon, der Körper Bin Ladens sei von Bord der USS Carl Vinson ins Arabische Meer geworfen worden. Es ist unerklärlich, wie die Leiche Bin Ladens es aus Afganistan an Bord der USS Vinson im Arabischen Meer so schnell schaffen konnte.

5. Arutz 7 berichtet unter Berufung auf einen hochrangigen Offiziellen im US-Geheimdienst, dass der später durchgeführte DNA-Test eine "sehr hohe Übereinstimmung" ["very confident match"] der DNA-Probe der Leiche mit dem Erbgut der Verwandten Bin Ladens ergeben habe, deren Proben man im Laufe des vergangenen Jahrzehnts sammeln konnte. Bin Laden ist aber schon mindestens 12 Stunden zuvor vom US-Präsidenten für tot erklärt worden. Das Ergebnis stand vor der Untersuchung fest.

Während Regierungen aus aller Welt sich mit Glückwünschen an den US-Präsidenten überstürzten und auch seine Amtsvorgänger Busch und Clinton ihm zur geglückten Aktion gratulierten, gibt es Stimmen, die in dieser Euphorie bei Sinnen geblieben sind. The Guardian zufolge verweigert der regierende Afrikanische Nationalkongress [ANC] Südafrikas jeglichen Kommentar zum Tod Bin Ladens, solange die Ergebnisse der Identifikation Bin Ladens nicht veröffentlicht sind. "Selbst der US-Präsident hat den Körper nicht gesehen. Solange wir uns nicht alle vergewissert haben, dass der Getötete Bin Laden ist, werden wir keine offiziellen Erklärungen verbreiten", sagte der ANC-Pressesprecher der britischen Zeitung. Die Zeitung bezeichnet den Bericht über die Bestattung im Bin Ladens im Meer zudem als "unbestätigt".

Der heutige Tag ist durch eine Abfolge teils widersprüchlicher, teils fragwürdiger Meldungen über den Tod Bin Ladens gekennzeichnet, aus denen man kein klares Bild erhält. Auf einer Pressekonferenz versprach Brennan, in Kürze die Fotos des getöteten Bin Laden zu veröffentlichen, "damit niemand irgendeinen Grund hat zu bestreiten, dass wir Osama bin Laden erwischt haben." Man kann heute jedes mögliche Bild machen, und auch die Hussein-Administration wird es wohl auf die Reihe bekommen. Verschwörungstheorien liegen uns fern, aber die oben gestellten Fragen werden mit jedem möglichen später veröffentlichten Foto bestehen bleiben.
Unter dem Strich bleibt als einziger Anhaltspunkt für den Tod Bin Ladens die Erklärung von US-Präsident Hussein, Bin Laden sei nun tot. Das ist nichts. Die mehr schlecht als recht gelungene Inszenierung "Wir haben Bin Laden getötet" bringt aber dem amtierenden US-Präsidenten zwei gewichtige Trümpfe im anstehenden Wahlkampf. 1. Nach einem Toten muss man nicht mehr suchen. 2. Er, Hussein, und nicht etwa Bush, hat Bin Laden zur Strecke gebracht. Wer wagt es da noch zu behaupten, er tue nichts gegen den Terror, ebne für Islamisten in der arabischen Welt den Weg zur Macht und begleite wohlwollend die weltweite Expansion des Islam? Der Zeitpunkt für den angeblichen Liquidierungseinsatz war strategisch gut gewählt: er erfolgte zeitlich nicht allzu nah an der bevorstehenden Präsidentschaftswahl, um in den Zusammenhang des Wahlkampfes zu geraten, und nicht allzu früh, um bis dahin seine Wirkungskraft zu verlieren.
Die Liquidierung Bin Ladens soll ebenso als stiller Beweis dafür dienen, Hussein kämpfe gegen den islamistischen Terror, wie die frühere Ernennung zweier Juden Emanuel und Axelrod für die höchsten Ämter in seiner Administration als stiller Beweis dafür dienen sollte, er sei kein Antisemit. Die beiden sind vom Hof ihres Herrchens inzwischen geflohen, wie man weiss. Es wäre gut, wenn es sich beim Vortrag des US-Präsidenen um eine wahre Geschichte handeln würde. Aber selbst wenn es dem so wäre, kann die Beseitigung einer operativ eher belanglosen Symbolfigur des Weltjihad den ganz realen Schaden nicht kompensieren, den der jetzige US-Präsident in seiner bisherigen Amtszeit der Zivilisation zugefügt hat. Und das Schlimmste: er kann seine Schadensarbeit an der Zivilisation mit einem eindrucksvollen Freibrief ungehindert fortsetzen. 


Kommentare:

  1. BinLadens Leiche...?:
    https://denkbonus.wordpress.com/2011/05/02/lachnummer-des-tages-%E2%80%93-bin-ladens-todesfoto-ist-eine-falschung/

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  2. Die Amis waren ja auch angeblich auf dem Mond!???!

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